Parador Parkett mit Steinoptik

Bäder wurden lange Zeit mehr als stiefmütterlich von Innenarchitekten behandelt und rein funktional betrachtet. Das gehört allerdings der Vergangenheit an und so werden heutige Bäder immer mehr zu Wohnräumen – Sanitärobjekte, Fliesen und Bodenbeläge versprechen Lifestyle-Feeling in der Nasszelle. Wir zeigen, welche Böden im Bad möglich sind und dazu eine elegante Atmosphäre erzeugen.

Quelle:  Villeroy & Boch SPOTLIGHT OPTIMA

Fliesen

Nach wie vor ist die klassische Steinfeinzeug-Fliese die erste Wahl im Badezimmer. Sie besteht aus fein aufbereiteten Rohstoffen und wird unter hohen Temperaturen gebrannt. So entsteht ein Material, das eine besondere Dichte hat und weniger als 0,5 Prozent Wasser aufnimmt. Für den Feuchtraum Bad ein perfektes Material!

Wie beliebt Fliesen sind, zeigt das immer größer werdende Angebot auf dem Markt. Derzeitiges Highlight in Bädern: Großformatige Fliesen im XXL-Look, die mit ihrem dezenten Fugenbild für ein ruhiges Ambiente im Bad sorgen. Bedingung: Große Fliesen sollten immer eine gute Rutschhemmung haben, um rutschige Böden und Unfälle zu vermeiden. Das gilt besonders für Haushalte mit kleinen Kindern oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Fliesen haben am besten die Rutschfestigkeitsklasse 10, besser wären die Klassen 12 oder 13 mit sehr hoher Rutschfestigkeit.

Unschlagbarer Vorteil von Fliesen: Der Einbau einer Fußbodenheizung ist ohne Probleme möglich.

Tipp: Die Kombination von Mosaikfliesen mit großformatigen Fliesen ist atemberaubend schön. So lassen sich wunderschöne Akzente am Boden oder an der Wand setzen. Durch das kleine Fugenbild der Mosaiksteine sind die Böden besonders rutschfest.

Kronos Prima Materia Bodenfliese Sandalo 80×80 cm

Naturstein

Zeitgenössische Bäder setzen immer häufiger auf die Kombination von modernem Interieur und natürlichen Materialien. So ist es kaum ein Wunder, dass Natursteinböden immer beliebter werden. Neben Granit und Schiefer sorgen auch Marmor und Travertin für ein zeitloses, elegantes Aussehen. Dabei haben die Natursteine sehr unterschiedliche Ansprüche, auf die Bauherren bei der Auswahl achten sollten. Während Böden aus Granit zum Beispiel kratz- und stoßfest sind und sich im Feuchtraum leicht pflegen lassen, haben Marmorböden deutlich höhere Ansprüche und sind empfindlicher, was die tägliche Beanspruchung angeht.

Zwei Naturstein-Möglichkeiten:

Travertin

Travertin ist ein Natursteinboden im mediterranen Look, der meistens in einer samtig- rauen Oberfläche angeboten wird und besonders wohnlich wirkt. Die beige Farbpalette sorgt für ein gemütliches Ambiente, das sich mit vielen Keramiken und Möbelstücken kombinieren lässt. Besonders beliebt sind Mosaikfliesen aus Travertin – zum Beispiel in der bodengleichen Dusche und in Kombination mit großen Travertin-Fliesen.

Marmor

Für luxuriöse Böden im Badezimmer ist der Hartsandstein Marmor ohne Zweifel ein wunderschönes Material, für das man allerdings tief in die Tasche greifen muss. Viele unterschiedliche Farben und die Einzigartigkeit jeder Fliese bieten einen hohen Gestaltungsspielraum, der jedes Bad einzigartig macht.

Nachteil von Marmorböden: Das Material ist sehr pflegeintensiv. Weil Marmor eine eher poröse Struktur hat, können sich beim Kontakt mit Wasser, Duschölen oder Kosmetikprodukten schnell Flecken bilden. Deswegen ist eine regelmäßige Versiegelung und Politur des Bodens Pflicht. Die Reinigung sollte nur mit speziellen Mitteln erfolgen.

Sichtbeton

Für eine fugenlose Gestaltung im Bad kommt der beliebte Werkstoff Beton in Spiel – ein Naturprodukt, bei dem Zement aus Kalkstein und Ton mit Kies oder Sand und Wasser vermischt wird. In Bädern betont Beton ein puristisches Aussehen, das ohne Fugenbild auskommt. Je nach Kundenwunsch bleibt der Betonboden in Natur oder lässt sich farbig streichen. Spezielle Wachse oder Polymere sorgen für den Schutz des Bodens und das Eindringen von Feuchtigkeit.

Tipp: Wer die Beton-Optik mag, sich aber vor der Verlegung scheut, kann auf Fliesen in Beton-Optik setzen. Sie sorgen für einen authentischen Look, der dem Original täuschend ähnelt.

Holz

Wer wünscht sich nicht einen warmen, gemütlichen Boden an den bloßen Füßen! Doch gerade Holz galt lange Zeit als ungeeigneter Baustoff für Bäder. Mittlerweile sind Parkettböden aber auch Feuchtraum angekommen – einige Bedingungen vorausgesetzt.

Feuchtigkeitsunempfindliche Hölzer sind im Bad Pflicht. Dazu gehören neben Teak oder Bambus auch heimische Holzarten, zum Beispiel Eiche oder Kiefer, die nicht versiegelt, sondern offenporig geölt werden sollten. Fugen müssen mit einem geeigneten Dichtmaterial verklebt werden, um den Abfluss von Wasser in tiefere Schichten zu vermeiden.

Spritzwasser ist für einen Holzboden kein Problem. Stehendes Wasser sollte man allerdings meiden und dieses sofort wegwischen. Nach dem Duschen oder Baden können Fußmatten helfen, den Kontakt mit dem Holz zu vermeiden.

Linoleum

Auch Linoleum ist ein 100-prozentiges Naturprodukt, das aus einer Mischung von Leinöl, Naturharz, Kalk, Holz- und Korkmehl besteht. Ehemals als langweiliger Belag in Turnhallen oder Krankenhäusern bekannt, hat es sich in den letzten Jahren zu einem Trendmaterial für Böden entwickelt. Atemberaubend schöne Farben und Muster sorgen für absolute Gestaltungsvielfalt, die zu jedem Stil passen. Ähnlich wie Beton erzeugt Linoleum ein besonders ruhiges Ambiente, da es wegen des Zuschnitts nur über wenige Fugen verfügt.

Im Bad ist für Linoleum die vollflächige Verklebung und Verfugung wichtig, damit kein Wasser zwischen den Fugen in den Boden versickern kann. Obacht gilt besonders in Bereichen wie Dusche oder Badewannen, wo es schnell zu stehendem Wasser kommen kann. Fachbetriebe sorgen dann für eine qualitativ hochwertige Abdichtung an Fugen und Rändern.

Kork

Bleiben wir noch einen Moment bei den natürlichen Materialien für das Bad: Kork wird aus der Rinde der Korkeiche hergestellt und kommt komplett ohne Weichmacher oder andere künstliche Zusätze aus. In vielen Designs und Mustern erhältlich ist auch Kork heute ein beliebter Fußbodenbelag für jeden Raum – sogar für das Badezimmer. Kork kann gut mit der täglichen Belastung im Bad umgehen und versprüht Gemütlichkeit pur.

Im Badezimmer dienen spezielle Versiegelungen dazu, die Feuchtigkeit nicht in das Material einziehen zu lassen. Wie bei Linoleum oder Vinyl sollte auch der Korkboden komplett verklebt und an den Rändern sorgfältig abgedichtet sein.

Tipp: Korkböden sind perfekt für Allergiker geeignet, weil sie antistatisch wirken und keinen Staub anziehen.

Vinyl

Der Bodenbelag aus Vinyl ist ein moderner PVC-Belag, der über eine Trägerschicht Werkstoffe wie Holz, Stein oder Beton täuschend echt nachbilden kann. Durch ihre vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten und viele unterschiedliche Designs hat sich auch Vinyl zu einem beliebten Material im Bad entwickelt. Die geringen Materialstärken lassen vor allem die Renovierung auf bereits vorhandenen Böden problemlos zu.

Der Einsatz von Vinyl ist auch im Bad heute problemlos möglich, hält man sich an einige Bedingungen. So sollte im Feuchtraum nur Vinyl aus Vollmaterial verlegt werden, der vollverklebt wird. Vinyl auf sogenannten HDF-Trägern sind weniger geeignet, da sie durch die Feuchtigkeit aufquellen können.

Tipp: Wandabschlüsse mit Silikon abdichten.


Parador Vinyl Basic