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Imprägnierung, Versiegelung und Oberflächenveredelung von Fliesen

Impraegnierung und Versiegelung von Fliesen

Fliesen werden in vielfältigen Bereichen eingesetzt. Vor allem im Bad und der Küche finden sich die Bodenbeläge wieder, aber auch im Flur oder gar im Außenbereich sind sie flexibel einsatzbar. Unabhängig vom genauen Anwendungsbereich ist es wichtig, die Fliesen zu versiegeln. Denn nur so sind langfristiger Schutz und eine einfache Reinigung gewährleistet. Allerdings müssen Heimwerker bei der Versiegelung oder Imprägnierung zwingend zwischen unterschiedlichen Fliesen unterscheiden, weil jedes Material nach einer speziellen Vorgehensweise verlangt.

Warum überhaupt Fliesen versiegeln?

Vorab: Versiegeln, imprägnieren und veredeln sind keine synonymen Begriffe. Die Bezeichnungen meinen unterschiedliche Verfahren, die allesamt vorgestellt werden sollen. Für eine Versiegelung sprechen generell folgende Gründe:

  • Durch die Versiegelung werden die Fliesen in der Regel geschützt. Dabei wird das Eindringen bzw. Durchdringen von Flüssigkeiten weitestgehend verhindert.
  • Sind die Fliesen versiegelt, so ist deren Reinigung in der Regel deutlich leichter zu handhaben.
  • Eine Versiegelung führt zudem zu einem erhöhten Glanz der Oberfläche – das macht optisch etwas her.

Vorbereitung von Imprägnierung und Versiegelung der Fliesen

Wer sich aufgrund der Vorteile für eine aktive Versiegelung der Fliesen entscheidet, sollte zunächst eine strukturierte Vorbereitung durchführen. Andernfalls kann die Fliese Schaden nehmen bzw. die Maßnahme nicht zum gewünschten Erfolg führen. Eine kurze Anleitung:

  1. Die Fliesen sind vor der Imprägnierung bzw. Versiegelung komplett sauber und trocken zu halten. Eine Grundreinigung mit anschließender Trockenzeit ist dabei Pflicht. Sofern eine Fußbodenheizung vorhanden ist, sollte diese ausgeschaltet sein, damit der Belag naturkalt ist.
  2. Im zweiten Schritt gilt es dann herauszufinden, ob überhaupt eine Imprägnierung notwendig ist. Dies unterscheidet sich von Belag zu Belag, ist aber in der Regel beim Hersteller oder Fachhändler in Erfahrung zu bringen. Wurden die Fliesen bei der Herstellung beispielsweise geschliffen, so sind deren Poren offen. Dann ist es sinnvoll, die Fliese zu imprägnieren. Gleiches gilt auch für Modelle aus Terrakotta und Steinzeugfliesen, wobei hier deren Vorbehandlung entscheidend ist.
  3. Danach kann es – sofern die Fliesen wieder gereinigt und getrocknet worden sind – an die eigentliche Versiegelung gehen. Dabei gibt es verschiedene Materialien, die zum Abdichten eingesetzt werden. Auch hier gilt: Je nach Beschaffenheit der Fliese gibt es unterschiedliche Varianten der Versiegelung. Generell ist es zu empfehlen, eine Sprühflasche zum Auftragen zu nutzen. Es sollte möglichst flächendeckend geschehen und insbesondere die Fugen mit einbeziehen.

Ziel ist es letztlich, einen möglichst flächendeckenden Schutz für die Fliesen zu erhalten. Nur so wird verhindert, dass sich Dreck dauerhaft an bestimmten Stellen ansetzt.

Oberflächenveredelung für Fliesen

Von einem anderen Vorgang ist hingegen zu sprechen, wenn die Fliesen wirklich aktiv veredelt werden. Dabei soll ebenfalls verhindert werden, dass sich unschöne Schmutzreste auf dem Belag bilden. Durch die Veredelung bildet sich beim Reinigen der Fliese ein hauchdünner Wasserfilm, der alle Verschmutzungen unterwandert. Diese lassen sich anschließend sehr leicht entfernen, selbst hartnäckige Flecken sind praktisch mit einem Wisch Geschichte.

Aber: Heimwerker können die Oberflächenveredelung nicht selbst durchführen. Denn dieser Vorgang entsteht ausschließlich, wenn Titandioxid in die Fliesenglasur an sich eingebrannt wird. Vorteile:

  • Diese Veredelung ist nicht nur aufgesprüht oder aufgepinselt, sondern tatsächlich in der Fliese eingebrannt.
  • Durch dieses Produktionsverfahren ist die Fliese äußerst robust, sowohl Wand- als auch Bodenfliesen können hiermit ausgestattet werden.
  • Eine Veredelung wirkt komplett ohne Chemie und zusätzlich antibakteriell. Durch aktivierten Sauerstoff werden praktisch alle Keime, Pilze und Bakterien zersetzt.
  • Gleichzeitig lassen sich so Gerüche und Luftschadstoffe abbauen.

Ein Nachteil dieser Fliesen besteht in der Regel darin, dass sie in der Anschaffung teurer sind als vergleichbare Modelle. Zudem lässt sich ein Großteil der Effekte auch durch eine gute Imprägnierung bzw. Versiegelung herbeiführen. Wer also erst vor kurzem einen neuen Belag erworben hat oder der alten noch länger nutzen möchte, sollte die Fliesen versiegeln.


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