Ofen- & Kaminarten

Immer mehr Eigentümer wünschen sich zur kalten Saison ein prasselndes Feuer im Haus, das behagliche Wärme versprüht. Hoch im Kurs stehen neben klassischen Kaminöfen auch Pelletöfen, Kachelöfen oder Bioethanolkamine.

Kamin ist gleich Kamin? Und ist ein Kamin das Gleiche wie ein Ofen? Ganz und gar nicht! Kamine und Öfen können ganz verschieden aussehen, nur ihre direkte Umgebung warmhalten, oder aber die Warmwasseranlage unterstützen. Wir informieren Sie über die Möglichkeiten.

Der Abzug – unerlässlich für den hauseigenen Kamin

Kein Kamin, kein Ofen und keine Pelletanlage kommt ohne einen Schornstein, technisch gesprochen den sogenannten Abzug aus. Denn der Rauch und CO2-Gase, die sich durch das Feuer entwickeln, müssen zuverlässig abgeführt werden. Der Schornsteinfeger kümmert sich dabei um die Beratung, die Konzeption und nimmt die Anlage vor Inbetriebnahme ab.

Der Kamin – Feuerstelle mit Lagerfeuer-Flair

So schön, wie eine offene Feuerstelle auch ist: Im Wohnraum ist sie schon lange nur noch für den gelegentlichen Einsatz erlaubt. Die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) hält dazu strenge Regeln vor. Und so kommen in aller Regel nur noch Kamine mit Tür oder mit Glaskeramikscheiben vor, die den Kamin zu allen Seiten schließen – der sogenannte Panoramakamin. Der Rauch bleibt auf diese Weise im Kamin und wird durch den Schornstein abgeleitet. Vor allem die gläsernen Kamine sehen optisch schön aus, da man von fast allen Seiten das prasselnde Feuer beobachten kann.

Die Kamine sind fest im Wohnraum verbaut, verfügen über einen Schornstein und sind innen mit einem Rost sowie einem Aschebehälter ausgestattet. Über den lässt sich die Asche des verbrannten Holzes bequem entsorgen – entweder als Dünger im Garten oder über den Hausmüll. Verbrannt werden Holz oder in manchen Fällen Briketts. Behandeltes oder lackiertes Holz ist dagegen tabu.

Die Besonderheit der Kamine: Sie geben ihre Wärme über die Scheibe in den Raum ab. Der Fachjargon nennt dies die sogenannte Konvektionswärme. Einen Ersatz der üblichen Heizungsanlage stellt ein Kamin insofern nicht dar.

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Die gesetzliche Regelung für Kamine

Seit dem 22.03.2010 gilt die erste Stufe der neuen Immissionsschutzverordnung, seit dem 01.01.2015 die zweite Stufe. Sie besagen, dass bestehende Einzelraumfeuerstätten wie wasserführende oder herkömmliche Kaminöfen, Kaminbausätze, Kamineinsätze, Schwedenöfen, Öfen, Pelletöfen, Kamine, Kachelöfen sowie Heizkessel und Festbrennstoffkessel die Einhaltung der neuen Grenzwerte nachweisen müssen – entweder durch eine Bescheinigung des Herstellers oder eine Vor-Ort-Messung. Danach dürfen sie weiter betrieben werden. Können die Werte nicht eingehalten werden, muss bis 2025 ein Staubfilter nachgerüstet werden oder Sie müssen die Anlage ersetzen.

Der Schwedenofen

Wer keinen gemauerten Kamin hat, kann heute mit einem sogenannten Schwedenofen oder dänischen Kaminofen nachrüsten, der sich frei im Raum befindet und die Abgase über ein Edelstahlrohr nach draußen leitet. Im Prinzip handelt es sich hierbei um einen traditionellen Ofen, der mit einem großen Sichtfenster ausgestattet ist. So besitzt der Schwedenofen die technische Ausstattung eines Ofens, der höhere Brennwerte aufweist, die zentrale Heizungsanlage im Haus durch eine eingebaute Wassertasche unterstützen kann und bringt dazu den Faktor Gemütlichkeit mit. Auf diese Weise lässt sich der eine oder andere kalte Tag im Herbst überbrücken, ohne sofort die gesamte Heizungsanlage in betrieb nehmen zu müssen. Im Handel sind sehr unterschiedliche Design und Formen erhältlich. So können die Modelle rund oder eckig sein, stehen oder hängen, manche drehen sich sogar. Übrigens: Auch bei den Schwedenöfen haben wir mit klassischer Konvektionswärme zu tun.

Achten sollten Eigentümer auf die Böden, auf denen die Schwedenöfen zum Stehen kommen: Zwar sind die Öfen komplett dicht und es ist mit keinem Funkenflug zu rechnen. Doch über die Tür ist der Ofen mit Briketts oder Holz zu befüllen. Hier kann Schmutz entstehen oder der eine oder andere Funken aus der Öffnung schießen. Wer Holzböden, Laminat, Teppich oder Linoleum integriert hat, sollte darauf achten, den Boden rund um den Kamin zu schützen. Das geht entweder über eine vorgefertigte Bodenplatte aus Glaskeramik oder Stahl oder einen gefliesten Bereich. Im Vergleich zum übrigen Boden können Fliesen einen schönen Akzent um den Ofen setzen.

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Der Speicher- und Kachelofen

Der Speicherofen stellt die traditionelle Form des heutigen Schwedenofens dar. Und viele kennen ihn als Kachelofen aus Großmutters Stube. Im Grunde handelt es sich bei diesem Aufbau ebenfalls um einen Ofen. Allerdings gibt er durch seinen technischen Aufbau eine andere Art von Wärme ab, die sich Strahlungswärme nennt.

Wie funktioniert es? Im Ofen werden die Rohstoffe, zum Beispiel Holz oder Holzbriketts mit deutlicher höherer Hitze verbrannt, sodass im Inneren bis zu 1.000 Grad Celsius herrschen können. Weil der Ofen über einen Speicherblock und eine Ofenverkleidung verfügt, die Wärme speichern kann, wird die Wärme über Keramik, Speckstein oder Granit über viele Stunden hinweg sanft in den Raum abgegeben. Das ist besonders gesund und ist durch die geringe Umwälzung der Luft gut für Allergiker geeignet.

Weiterer Vorteil: Wenn man Briketts oder Kohle verwendet, ist ein Nachfüllen des Ofens nur sehr selten nötig. Einmal den Feuerraum aufgefüllt, läuft der Ofen durch die Nacht hindurch, sodass es bis zum Morgen angenehm warm bleibt.

Speicheröfen verfügen oft über Nischen, um Holzscheite zu lagern und geflieste Sitzflächen, auf denen man sich gemütlich an die warmen Wände lehnen kann. Wer auf der Suche nach den passenden Fliesen ist, findet im Shop eine große Auswahl an Farben und Formen. Tipp: Am besten mit einem Händler sprechen, welche Materialien am besten in Frage kommen.

Der Pelletofen

Für wärmegedämmte Häuser eignet sich auch der Pelletofen, der heute fast wie ein Kaminofen aussieht. Anstatt aber mit Holz befeuert zu werden, bedient sich der Pelletofen kleiner Holzpresslinge, die zwischen zwei und fünf Zentimeter lang sind und der Feuerstelle über einen Vorratsbehälter nach und nach zugeführt werden. Dort verbrennen sie auf kleiner Flamme besonders effizient. Asche entsteht dabei kaum – leider allerdings auch kein schönes Flammenspiel, vor dem man am Abend gemütlich Platz nehmen kann. Dazu kommt eine in der Regel sehr kleine Scheibe, die im Ofen verbaut ist. Wer also eine hochwertige Optik im Wohnraum schätzt, sollte lieber in einen Schweden- oder Speicherofen investieren. Dafür hat der Pelletofen aber einen entscheidenden Vorteil. Wird er an die Warmwasserversorgung angeschlossen, kann er zum zentralen Heizsystem im Haus werden – und schont dabei durch den Einsatz Co2-neutraler Rohstoffe die Umwelt.

Moderne Gebäude, in denen Pelletöfen zum Einsatz kommen, setzen auf vollautomatische Systeme mit Pelletkessel, einem großen Wasserspeicher und einem Silo oder Tank, der die Holzpresslinge für ein ganzes Jahr speichert. Über eine Förderschnecke werden die Pellets dem Kessel automatisch zugeführt. Wer dann noch eine Solaranlage auf dem Dach integriert, die im Sommer für Warmwasser sorgt, ist energetisch auf dem neuesten Stand.

Der Ethanol Ofen

Sie haben keinen Kamin oder Ofen und keine Möglichkeit, sinnvoll einen Abzug zu integrieren? Ethanolöfen sind dann eine schöne Alternative. Die Öfen, die sich an der Wand, auf dem Tisch oder freistehend im Wohnraum integrieren lassen, werden mit Ethanol, brennbarem Alkohol betrieben, verbrennen ohne Geruchsentwicklung und Asche und versprühen ebenfalls pure Gemütlichkeit. Weil Ethanol immer wieder in der Kritik steht, sollten Sie darauf achten, dass nur zertifizierte und vom TÜV geprüfte Materialien zum Einsatz kommen.

Dekoration – der letzte Schliff für Kamine und Öfen

Der Kamin oder Ofen ist endlich eingebaut und Sie sind noch auf der Suche nach schönen Ideen, Ihre Feuerstelle in Szene zu setzen? In unserem Ratgeber „Wunderschöne Dekorationen für den Kamin – mit und ohne Feuer“ finden Sie viele Ideen, wie Sie Ihren Kamin zu einem echten Highlight machen – mit oder ohne prasselndes Feuer!

Öfen & Kamine
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