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Walk-in-Duschen richtig abdichten: So schützen Sie Ihr Bad dauerhaft

Inhaltsverzeichnis

Begehbare Duschen sind längst kein Thema mehr, das nur bei barrierefreiem Bauen eine Rolle spielt. Sie gehören heute zum Standard in modernen Bädern und privaten Wellnessoasen, weil sie Räume offener wirken lassen, leichter zu reinigen sind und gestalterisch keine Grenzen setzen. Gerade im Zeitalter großformatiger Feinsteinzeugfliesen ist die bodengleiche Dusche die logische Wahl: Die meisten hochwertigen Feinsteinzeugfliesen erreichen heute eine Rutschfestigkeit von R10 B, die für Barfußbereiche empfohlen wird und sowohl optisch als auch sicherheitstechnisch überzeugt.

Was bei all dem oft zu kurz kommt, ist die Abdichtung unter den Fliesen. Dabei ist sie der entscheidende Faktor: Ohne zuverlässige Abdichtung dringt Wasser durch die Fugen in den Untergrund ein, löst Schichten ab, fördert Schimmel und verursacht Schäden, die im Laufe von Jahren teuer werden.

In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie eine Walk-in-Dusche normgerecht und dauerhaft abdichten, welche Produkte wir einsetzen und warum wir für die meisten Bäder die Dichtbahn der flüssigen Variante vorziehen

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Warum abdichten, und wo genau?

Fliesen selbst sind weitgehend wasserdicht. Die Schwachstelle sind die Fugen. Über sie gelangt Wasser dauerhaft in den Untergrund, vor allem im Duschbereich, wo täglich große Mengen Brauchwasser auf engem Raum auftreffen. Besonders kritisch sind die Übergänge zwischen Wand und Boden, Innen- und Außenecken sowie Wanddurchdringungen für Armaturen und Anschlüsse an Duschrinnen oder Abläufe.

Seit Juli 2017 regelt die DIN 18534 die Innenraumabdichtung verbindlich. Sie teilt Flächen in Wassereinwirkungsklassen ein, die der Fachplaner oder Fliesenleger für jede Fläche im Bad festlegt:

Klasse Belastung Typische Bereiche im Privatbad
W0-I gering Wände hinter Waschbecken, Gäste-WC, Küche ohne Ablauf
W1-I mäßig Wände über Badewanne, Duschwände, Böden mit Ablauf ohne starke Wasserbelastung
W2-I hoch Böden bodengleicher Duschen, Bereiche mit Rinnenablauf, Flächen mit regelmäßig anstauendem Wasser

Für ein normales Privatbad mit Badewanne gilt durchgehend W1-I. Sobald eine bodengleiche Dusche oder eine Duschrinne dazukommt, gilt für den Duschboden W2-I, für die Wände bleibt es bei W1-I.

Grundsätzlich stehen zwei Methoden zur Verfügung: die flüssige Abdichtung und die Dichtbahn. Beide sind normgerecht, unterscheiden sich aber in Verarbeitung, Geschwindigkeit, Trocknungszeit und Einsatzgebiet. Wir setzen beide Systeme ein und zeigen Ihnen nachfolgend, welche Produkte wir verwenden und wann wir welche Variante empfehlen.

Das Kiesel Abdichtsystem: unsere Empfehlung aus der Praxis

Wir arbeiten auf der Baustelle täglich mit dem Kiesel System. Es ist zuverlässig, schnell zu verarbeiten und alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt und geprüft. Kiesel bietet zwei Wege zur Abdichtung.

Variante 1: Flüssige Abdichtung mit Okamul DF

Okamul DF ist eine flexible Flüssigfolie, die direkt auf den Untergrund aufgestrichen wird. Sie trocknet zu einer gleichmäßigen, wasserdichten Schicht aus und verbindet sich fest mit dem Fliesenkleber. Der Auftrag erfolgt zweilagig. An den Übergängen zwischen Wand und Boden, an Ecken und Wanddurchdringungen kommen Dichtbänder und Manschetten in die frische Schicht.

Anwendung: Okamul DF lässt sich mit Pinsel, Lammfellrolle oder Spachtel auftragen. Wichtig: Zwei Lagen sind Pflicht. Der erste Auftrag muss vollständig trocknen, bevor die zweite Lage folgt. Tragen Sie die zweite Lage in einer Kontrastfarbe auf, also hellgrau auf dunkelgrau oder umgekehrt. So sehen Sie auf den ersten Blick, ob Sie jede Stelle vollständig erreicht haben. Die Gesamtschichtdicke muss mindestens 0,7 mm Nassfilm erreichen.

Wann Okamul DF die richtige Wahl ist: bei komplexen Grundrissen mit vielen Ecken und Durchdringungen, bei Sanierungen auf kleiner Fläche und überall dort, wo ein Bahnenzuschnitt aufwendig wäre.

Variante 2: Kiesel Dichtbahn mit Systemkomponenten

Für die meisten Walk-in-Duschen und Neubauprojekte empfehlen wir die Kiesel Abdichtbahn. Sie besteht aus einem flexiblen Kunststoffmaterial, ist vollflächig wasserundurchlässig und überbrückt Risse im Untergrund. Da nur eine kurze Trocknungszeit anfällt, können die Fliesen direkt nach dem Verkleben verlegt werden. Das spart Zeit und gibt auf der Baustelle Planungssicherheit.

Anwendung: Die Kiesel Dichtbahn wird vollflächig auf Boden und Wand verklebt. Als Kleber empfehlen wir den Kiesel Servoflex 2.0. Beim Verlegen haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie stoßen die Bahnen stumpf aneinander und kleben darüber ein Dichtband, oder Sie lassen die Bahnen leicht überlappen und verkleben die Überlappung mit Okamul Ki fix oder mit der DMS 1K+. Drücken Sie die Bahn anschließend mit einer Kelle oder Gummirolle fest an, damit keine Luftblasen eingeschlossen bleiben.

Stoßbereiche der Kiesel Dichtbahn sowie alle Übergänge zwischen Wand und Boden sichern Sie mit dem Dichtband. Für die Verklebung stehen zwei Produkte zur Wahl: der einkomponentige Servoflex DKM 1K Plus Super Tec oder der zweikomponentige Servoflex DMS 2K in Kombination mit Okamul Ki fix. Der einkomponentige Kleber lässt sich schneller verarbeiten und eignet sich für die meisten Untergründe. Der zweikomponentige Kleber empfiehlt sich bei anspruchsvolleren Untergründen oder wenn eine kürzere Abbindezeit gefragt ist.

Für Innenecken gibt es die vorgeformte Innenecke, für Außenecken die Außenecke. Beide sparen Zeit und liefern gleichbleibende Qualität an den schwierigsten Stellen im Duschbereich.

Am Übergang zwischen Badewanne oder Duschwanne und Wand setzen wir entweder eine vollflächige Abdichtung der Wandfläche dahinter ein oder das selbstklebende Kiesel Dichtband 60075 direkt am Wannenrand. Dieser Übergang ist eine der häufigsten Schwachstellen bei Sanierungen und sollte nie unterschätzt werden.

Wanddurchdringungen für Armaturen sichern passende Manschetten ab, die ebenfalls in die Abdichtschicht eingebunden werden.

Unser Tipp: Stimmen Sie die Entwässerungslösung von Anfang an auf das Abdichtsystem ab. Bei Duschrinnen mit Flansch muss die Bahn sauber eingebunden werden, damit genau an dieser Stelle kein Wasser in den Untergrund gelangt.

Das Schlüter-KERDI-System: die bekannte Alternative

Schlüter-KERDI ist eines der bekanntesten Abdichtsysteme auf dem Markt und bei Bauherren und Planern gut etabliert. Das System basiert auf einer Polyethylenbahn mit beidseitiger Vlieskaschierung, die mit Dünnbettmörtel direkt auf Wand und Boden verklebt wird. Die Vliesschicht sorgt für eine sichere Verbindung mit dem Kleber, sowohl zum Untergrund als auch zur Fliesenlage darüber.

Das KERDI-System im Überblick:

Die KERDI-Bahn bildet die vollflächige Abdichtschicht auf Wand und Boden. Sie wird mit einem geeigneten Dünnbettmörtel verklebt und muss blasenfrei angedrückt werden.

Das KERDI-BAND dichtet Übergänge, Fugen und Anschlüsse ab. Es wird in frischen Kleber eingedrückt und überlappt die Bahn an allen neuralgischen Stellen. Für die Verklebung empfehlen wir den systemzugehörigen Klebstoff KERDI-COLL. Er ist nicht nur speziell auf die Bahn abgestimmt, sondern für das gesamte System ausgelegt und sorgt für eine sichere Verbindung sowohl zum Untergrund als auch zur Fliesenlage darüber. Die Bahn muss blasenfrei angedrückt werden

KERDI-ECKE gibt es als vorgeformte Innen- und Außenecke, fertig zugeschnitten für saubere Übergänge ohne Falten oder Lücken.

KERDI-DRAIN und KERDI-LINE sind aufeinander abgestimmte Bodenabläufe und Duschrinnen, die direkt in die KERDI-Bahn eingebunden werden. Die Kombination aus Bahn und Ablauf aus einem System ist ein klarer Vorteil, wenn die Entwässerung Teil der Planung ist.

KERDI-BOARD ist eine Bauplatte aus XPS Hartschaum mit KERDI-Beschichtung. Sie dient gleichzeitig als Träger und als Abdichtung, zum Beispiel für geflieste Nischen, Duschsitze oder Wandvorlagen.

Wann KERDI die richtige Wahl ist: wenn Bauherr oder Planer das System ausdrücklich wünschen, wenn KERDI-BOARD als Trägerplatte für Sonderelemente eingesetzt wird oder wenn KERDI-DRAIN als Entwässerungslösung bereits geplant ist. Alle Produkte des KERDI-Systems erhalten Sie bei uns im Shop.

Welches System für welches Bad?

Situation Klasse Unsere Empfehlung
Bad mit Badewanne, kein Duschbereich W1-I Kiesel Dichtbahn 60337 + Dichtband 60075 an der Wanne
Bad mit Badewanne und Duschtasse W1-I Wand, W2-I Duschboden Kiesel Dichtbahn 60337, Innen- und Außenecken, Dichtband 60075
Bodengleiche Dusche ohne Abtrennung W1-I Wand, W2-I Boden Kiesel Dichtbahn 60337 vollflächig, alle Ecken mit Formteilen
Bodengleiche Dusche mit Abtrennung W1-I Wand, W2-I Duschboden Kiesel Dichtbahn 60337 im Duschbereich, Rinnenanschluss prüfen
Auf Wunsch oder mit KERDI-BOARD W1-I / W2-I Schlüter-KERDI-System komplett
Walk In Dusche in Fliesen in Terrazzooptik, mit Wandnische und Waschtischmöbel aus Holz

Fazit

Eine Walk-in-Dusche abzudichten ist kein Hexenwerk, aber kein Bereich, bei dem man sparen sollte. Die DIN 18534 gibt klare Vorgaben, welche Klasse wo gilt. Wir setzen in der täglichen Praxis vor allem auf das Kiesel System mit der Dichtbahn und den passenden Systemkomponenten, weil es schnell zu verarbeiten ist, alle Übergänge sicher abdeckt und sich in vielen Projekten bewährt hat. Das Schlüter-KERDI-System bietet eine gleichwertige Alternative und ist die richtige Wahl, wenn es aus Planungs- oder Produktgründen gefragt ist.

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Besuchen Sie uns in unserem Showroom in Menden und sehen Sie sich die Möglichkeiten live an. Wir helfen Ihnen, das richtige Abdichtsystem für Ihr Bad auszuwählen und stehen Ihnen von der Planung bis zur Ausführung zur Seite.

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FAQ

1. Muss ich eine Walk-in-Dusche wirklich abdichten?

Ja, zwingend. Fliesen selbst sind zwar wasserdicht, aber über die Fugen dringt dauerhaft Wasser in den Untergrund. Ohne Abdichtung entstehen im Laufe der Zeit Schäden am Estrich, Schimmel und im schlimmsten Fall Feuchtigkeitsschäden an der Bausubstanz.

2. Was ist der Unterschied zwischen Dichtbahn und flüssiger Abdichtung?.

Beide Methoden sind normgerecht. Die Dichtbahn ist schneller zu verarbeiten, da keine Trocknungszeit anfällt. Die flüssige Abdichtung eignet sich besser bei komplexen Grundrissen oder schwierigen Untergründen.

3. Welche Abdichtung brauche ich für eine bodengleiche Dusche?

Für den Duschboden gilt Wassereinwirkungsklasse W2-I, für die Wände W1-I. Wir empfehlen die Kiesel Dichtbahn 60337 mit passenden Formteilen für alle Ecken und Übergänge.

4. Was ist die DIN 18534 und warum ist sie wichtig?

Die DIN 18534 regelt seit 2017 die Innenraumabdichtung verbindlich. Sie legt fest, welche Wassereinwirkungsklasse für welche Fläche im Bad gilt und welche Abdichtanforderungen daraus folgen.

5. Kann ich die Abdichtung selbst machen?

Technisch ist es möglich, aber wir empfehlen einen Fachmann. Fehler bei der Abdichtung zeigen sich oft erst nach Jahren, sind dann aber teuer zu beheben.

6. Was ist der Unterschied zwischen Kiesel und Schlüter-KERDI?

Beide sind normgerechte Abdichtsysteme mit aufeinander abgestimmten Komponenten. Kiesel setzen wir in der täglichen Praxis bevorzugt ein. Schlüter-KERDI ist eine gleichwertige Alternative mit hohem Bekanntheitsgrad und bietet mit KERDI-BOARD zusätzliche Möglichkeiten für Sonderelemente wie Nischen oder Duschsitze.

7. Wie lange hält eine fachgerecht ausgeführte Abdichtung?

Bei normgerechter Ausführung und regelmäßiger Pflege der Silikonfugen ist eine Abdichtung auf viele Jahrzehnte ausgelegt

Franke Raumwert Online Magazin
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