Hand aufs Herz: Haben Sie Ihre Terrasse bereits winterfest gemacht? Falls nicht, sollten Sie sich in den kommenden zwei Wochen darum kümmern. Wir haben fünf Tipps zusammengestellt. 

Sie genießen die letzten Tage, an denen es draußen auf der Terrasse zur Mittagsstunde noch angenehm ist? Nutzen Sie jetzt die trockenen Tage, um Ihre Terrasse winterfest zu machen. Im November können Sie mit dem ersten Nachtfrost rechnen. Spätestens dann sollten alle Arbeiten erledigt sein.

Möbel, BBQs und Accessoires schützen

Möbel für Terrassen und Balkone bestehen in aller Regel aus witterungsbeständigen und wasserfesten Materialien. Feuchtigkeit, Dauernässe oder Frost sollten Sie ihnen allerdings nicht auf Dauer zumuten. Deswegen heißt die Devise: Möbel reinigen und ins Trockene stellen. Das kann ein beheizter Keller, ein Gartenhaus oder eine gut belüftete Garage sein. Wer keine Stellmöglichkeit im Inneren hat, verpackt sein Mobiliar in Schutzhüllen oder Abdeckhauben. Dabei am besten darauf achten, dass das Möbelstück in der Schutzhülle atmen kann. Ansonsten besteht die Gefahr von Stockflecken. Mit einer Schnur festgezurrt, halten die Schutzhüllen auch den typischen Herbsttürmen stand. Auch Sitzkissen, Outdoor-Teppiche, Hängematten, den BBQ, Sonnenschirme, leichte Windlichter oder nicht fest verankerte Beleuchtung gehören nun weggepackt.

Die Corona-Pandemie bringt es mit sich, dass derzeit immer mehr Menschen versuchen, so viel Zeit wir möglich im Freien zu verbringen. Was also tun mit den Gartenmöbeln, die man ja noch nutzen möchte? Terrassenmöbel aus zertifiziertem Tropenholz, Aluminium oder Kunststoff sind generell dazu geeignet, auch im Winter draußen zu bleiben und gut für Wintertage unter freiem Himmel geeignet. Handeln Sie allerdings im Wissen, dass sich die Lebensdauer dieser Möbel dennoch durch die Witterung verkürzen könnte. Ein Tipp: Lassen Sie zum Beispiel einen robusten Holztisch draußen stehen und ergänzen ihn mit leichten, stapelbaren Stühlen aus Kunststoff oder Aluminium. Sie sind leicht auf die Terrasse zu transportieren und bei Schlechtwetter genauso zügig weggeräumt.

Terrassenböden reinigen

Ist der Großteil der Möbel weggeräumt, können sollten Sie den Terrassenboden reinigen. Nach dem trockenen Säubern mit einem Besen kommt die gründliche Nassreinigung. Pflastersteine befreien Sie mit einem Unkrautkratzer oder einer Fugenbürste von Moos und Unkraut. Oft kommt danach ein Hochdruckreiniger zum Einsatz. Weil Oberflächen aber sehr unterschiedlich sein können, sollten Sie den Hersteller fragen, ob der Hochdruckreiniger geeignet ist. Sonst lieber schrubben. Auf Basalt, Granit oder Quarzit gibt es in der Regel keine Probleme.

Der Vorteil beim Reinigen von Feinsteinzeugfliesen: Ihre Oberflächen sind sehr robust und nehmen beim Wischen kaum Feuchtigkeit auf. Auf Reinigungsmittel mit Tensiden, die in haushaltsüblichen Reinigern vorkommen, sollten Sie verzichten. Die Tenside setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab, lagern sich in den Poren des Feinsteinzeug-Oberflächen ab und ziehen im Laufe von Jahren immer mehr Schmutz an. Alkalische Reiniger dagegen bringen strahlende Reinheit und sorgen dafür, dass keine Schlieren auf dem Boden entstehen. (mehr zum Thema erfahren)

Vor allem Holzböden, die aus heimischen Holzarten bestehen, benötigen eine behutsame Behandlung. Nach der Reinigung mit einem Schrubber und Holzseife könnten Sie stärkere Flecken mit einem Schrubber behandeln. Grünbeläge wie Moos lässt sich mit Mitteln aus dem Fachhandel zuverlässig entfernen. Ist die Holzterrasse getrocknet, können Sie den Boden mit einem Öl auf Naturölbasis oder einer Lasur auf Wasserbasis imprägnieren. Das gibt einen besonderen Schutz durch die feuchte Jahreszeit. Tipp: Holzböden nur an trockenen Tagen ölen und sicherstellen, dass sie im Laufe des Tages noch trocknen können.

Tipp: Die Tropenhölzer Teak und Bangkirai verändern im Laufe der Jahre ihren Farbton und erhalten einen silbrigen Schleier. Der ist allerdings rein optischer Natur. Dem wetterfesten Holz macht Wasser und Feuchtigkeit nichts aus. Wer sich nicht am Grauton des Tropenholzes stört, braucht die Terrasse nur zu reinigen. Eine Imprägnierung ist nicht nötig.

Markisen und Sonnensegel reinigen

Sofern Sie Ihre Terrasse mit einer Markise oder einem Sonnensegel beschatten, sollten Sie auch diese reinigen. Zunächst entfernen Sie Laub und Schmutz mit einem Handfeger, einem Besen und einer Leiter von den Oberflächen. Leichte Flecken lassen sich mit einem Schmutzradierer entfernen. Bei härten Flecken müssen Sie feucht reinigen. Am besten mischen Sie warmes Wasser mit etwas Feinwaschmittel und reiben die Stellen mit einem weichen Lappen vorsichtig ein. Nach kurzer Einwirkzeit mit einem Schlauch abspritzen. Die Markise komplett trocknen lassen, sonst entstehen im eingefahrenen Zustand Stockflecken. Harte Borsten könnten die Textilie schädigen. Ätzende und aggressive Haushaltsreiniger sind ebenfalls tabu!

Tipp: Auch der Markisenkasten freut sich über eine Reinigung. Und wer eine automatisierte Markise sein Eigen nennt, prüft kurz die Elektrik und lässt defekte Elemente austauschen.

Bauliche Überdachungen prüfen

Ihre Terrasse ist mit einer Überdachung in Holz- oder Aluminiumkonstruktion ausgestattet? Herzlichen Glückwünsch. Dann haben Sie vermutlich die Möglichkeit, Ihre Terrasse noch eine Weile länger als üblich zu nutzen und könnten es sich hier mit einem Heizstrahler, Feuerkorb, Decken und einem leckeren Glühwein an kalten Tagen gemütlich machen. Wir empfehlen Ihnen, die Konstruktion einmal im Jahr auf die Statik oder bauliche Mängel hin zu überprüfen – oder vom Fachmann überprüfen zu lassen. So stellen Sie sicher, dass auch im Fall möglicher Schneelasten keine Gefahr von der Überdachung ausgeht.

Tipp: Falls Sie noch einen Moment Zeit haben, könnten Sie auch Dachrinnen kontrollieren und die Rinnen von möglichem Staub und Dreck befreien.  

Terrassen auch im Winter nutzen

Selbstverständlich braucht eine winterfeste Terrasse nicht karg und öde auszusehen. Mit ein paar einfachen Tipps gestalten Sie den Außenbereich auch in der kalten Jahreszeit zu einem Wohlfühl-Ort. Winterharte Pflanzen wie Gräser oder Heide bilden in frostfreien Kübeln wunderschöne Arrangements auf der Terrasse. Vor allem Erika ist in farbenfrohen Züchtungen von Weiß über Rosa bis Grün und Lila erhältlich. Schwere Windlichter und niedrige Steinskulpturen sorgen für Highlights und halten dem Wind problemlos stand. Mit stehenden und hängenden Futterstellen sorgen Sie dafür, dass Vögel und Eichhörnchen etwas zum Fressen finden. Und spätestens zum Advent versetzt ein wetterfest geschmückter Tannenbaum Ihre Terrassen in vorweihnachtliche Stimmung. Sofern Sie auch im Winter draußen Zeit verbringen möchten, lohnt es, in wollige Plaids, dicke Sitzunterlagen und Feuerkörbe zu investieren.

Sie sehen: Ihre Terrasse lässt sich an einem sonnigen Nachmittag kinderleicht winterfest machen – und kann trotzdem dekorativ aussehen. So kann der Winter kommen!

 

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Jakob Owens / Unsplash