Badezimmer streichen

Immer mehr Eigentümer beweisen in ihren Bädern Mut zur Farbe. Neben den gefliesten Flächen kommen sowohl dezente Wandanstriche als auch knallige Nuancen gut zum Tragen und geben dem Bad eine individuelle Optik. Doch worauf sollte man bei der Farbe für das Bad achten? Und welche Farben eignen sich besonders gut?

Wer in seinem neuen Badezimmer nicht mehr so viele Flächen fliesen möchte, folgt einem Trend der heutigen Zeit. Immer mehr Eigentümer konzentrieren sich darauf, nur noch besonders sensible Bereiche zu fliesen, in denen viel Wasser auftritt. Dazu gehören zum Beispiel die Flächen rund um das Waschbecken, das WC oder die Duschkabine. Was aber tun mit den übrigen Flächen? Eine schöne Alternative sind zuerst verputzte und danach gestrichene Wände im Badezimmer. Doch für den Feuchtraum Bad gelten einige Anforderungen, damit kein Schimmel entstehen kann.

Diese Farben eignen sich für den Feuchtraum Bad

Tag für Tag entstehen beim Duschen und Baden Wasserdämpfe, die sich zwar weitestgehend durch ein gutes Lüften entfernen lassen – dennoch ist die durchschnittliche Feuchtigkeit in einem Bad immer höher als in anderen Räumen. Und damit ein perfekter Nährboden für solche Oberflächen, die für Pilze und Schimmel anfällig sind. In fensterlosen Bädern oder solchen mit extrem kleinen Fenstern ist das umso mehr von Bedeutung. Dann sollten spezielle Feuchtraumfarben zum Einsatz kommen. Sie haben feuchtigkeitsabweisende Eigenschaften und wirken fungizid – das heißt, dass sie Pilzsporen abtöten können und ein guter Schutz gegen neue Sporen sind. Weiterer Vorteil: Die spezielle Wandfarbe für den Feuchtraum lässt sich gut reinigen und sogar abwischen.

Wer wagt gewinnt – Farbe im Badezimmer

Lange vorbei sind die Zeiten, in denen Bäder reinweiß waren. Heute gibt es eine Vielzahl wunderschöner Farben für den Feuchtraum, die einen individuellen Look schaffen, der perfekt zu den gefliesten Flächen passt. Einige Farben sind wahre Klassiker, andere tauchen als Trendfarbe in diesem Jahr auf das Parkett.

Sandfarben

Natürliche Farbtöne sind nicht ohne Grund der Liebling schlechthin im Badezimmer. Weil sie durch ihre dezenten Nuancen vor allem zeitlos sind, werden sie gerne als Wandfarbe und im Bereich der Fliesen eingesetzt. Zugegeben: Ein Bad mit sandfarbenen Wänden, ein Boden aus Fliesen in Holzoptik und Mosaikfliesen entspricht sehr unserer Vorstellung eines Wellness-Bades.

Blau

Ohne Zweifel ist Blau ebenfalls eine beliebte Farbe im Bad. Sie wirkt erfrischend wie das Meer und macht einfach gute Laune. Vor allem im Sommer erinnert es uns an Sommer, Sonne Strand. Blau lässt sich im Kontrast hervorragend zu weißen Fliesen kombinieren, aber auch Naturtöne und Beton passen perfekt.

Schwarz-weiß

Schwarz-weiße Bäder sind eine Kombination, die wohl niemals aus der Mode kommen wird. Und so gestalten viele Eigentümer ihre Bäder in den klassischen Tönen, da sie zwar elegant, aber auch zeitlos sind. Neben weißen Fliesen setzt eine schwarz gestrichene Wand einen tollen Akzent im Bad. Achten sollten Sie allerdings darauf, dass die Decke in jedem Fall weiß bleibt und nicht zu viele Wände schwarz gestrichen sind. Das könnte schnell erdrückend und düster wirken.

Grau

Eine tolle Ergänzung zu ansonst weißen Bädern ist eine hellgraue Wandfarbe – manchmal wird es auch von Designern als sogenanntes „offwhite“ bezeichnet. Der leichte Farbton unterstützt eine elegante Atmosphäre, die in Kombination mit Möbeln und Accessoires aus Holz sogar ein skandinavisches Ambiente erhalten kann. Das ist perfekte, aber ganz unkomplizierte Eleganz! Besonders beliebt: Grau in Wohnkonzepte im Industriel Style! Mit Fliesen im Betonlook lässt sich der auch im Bad nachstellen.

Grün

Grün spielt in 2018 als Wandfarbe weiter eine wichtige Rolle. Und das aus gutem Grund! Wegen seiner beruhigenden Wirkung macht sich Grün vor allem als Wandfarbe in Bädern toll. Die Assoziation mit der Natur ist gewollt und passt perfekt zu einem Raum, in dem wir vom Alltag abschalten und entspannen wollen. Dazu passen sowohl klassisch weiße XXL-Fliesen, Fliesen im Betonlook oder Naturtöne in Beige oder Creme.

Wer es etwas sanfter mag: Auch die Farbe Lindgrün bleibt uns weiter erhalten. Sie erinnert an Wohnwelten im skandinavischen Design und macht Bäder zu einem erfrischenden, unkomplizierten Ort. Auch hier passen Holzmöbel und -accessoires perfekt.

Ultraviolett

Bereits seit vielen Jahren kürt das bekannte Farbinstitut Pantone eine Farbe zur Trendfarbe des Jahres – in diesem Jahr hat es den mystischen Ton Ultraviolett (18-3838) getroffen, der gerne mit dem verstorbenen Musiker Prince in Verbindung gebracht wird. Ultraviolett erinnere auf geheimnisvolle Weise an den verzauberten Nachthimmel, so das Institut, und setze Kreativität frei. Wer Ultraviolett im Bad einsetzen möchte, beweist Mut, denn die Farbe ist nicht einfach zu kombinieren. Als Eyecatcher an einer Wand gelingt das Experiment aber doch.

Unser Tipp: Sie haben ein kleines Gäste-WC? Versuchen Sie sich mit der gewagten Farbe auf einer kleinen Fläche und zeigen Ihren Gästen Ihre kreative Seite.

Orange

Nach Gold und Kupfer scheint es nun, als ob unsere Raumgestaltung der Farbton Orange erobert. Wer allerdings an die schrille Farbe der 70er Jahre denkt, liegt nur teilweise richtig. Denn 2018 zeigt sich der Farbton eher abgetönt, als dunkles Orange, mit Brauntönen gemischt oder besitzt einen fast staubigen Look. Der Pantone-Farbton „Autumn Maple“ kommt dem schon sehr nahe. Gerade in Kombination mit schwarzen Fliesen wird der Farbton zum stylischen Hingucker.

Natur- und Rosatöne

Wer auf ein Badezimmer Wert legt, das eine besonders harmonische Atmosphäre versprüht, kann auf feine Rosatöne in Kombination mit weißen Farben und natürlichen Komponenten setzen, zum Beispiel einen Waschtisch, ein Regal oder einen Spiegel aus Holz. Das sanfte Pastellrosa „ZARTE ROMANTIK“ von Alpina setzt zum Beispiel einen besonders leichten, fast verspielten Akzent, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Zugegeben: Diese Kombination hat einen besonders femininen Charakter, aber eignet sich toll für Bäder mit wenig Tagelicht. Die hellen Oberflächen machen den Raum scheinbar größer.

Bordeaux

Eine weitere intensive und fast luxuriöse Farbe stellt Bordeaux dar. Eine Wand in Bordeaux setzt definitiv einen gewagten Auftritt im Bad, der sehr elegant wirkt. Um den edlen Look zu vervollständigen, sollten Möbel und Sanitärobjekte dazu passen. Klassische, runde oder verspielte Formen in Weiß oder Grau sind hier ideal. Auch Accessoires in Gold oder aus Holz passen perfekt.

Tipps zur perfekten Gestaltung im Bad

  • Fragen Sie sich zunächst: Welcher Einrichtungstyp bin ich? Kommen für mich minimalistische Bäder in Frage oder setze ich eher auf skandinavisches oder klassisches Design? Wählen Sie danach Ihre Farben und Möbel aus.
  • Entscheiden Sie sich für eine Farblinie im Bad und setzen nicht mehr als drei Farbtöne gleichzeitig ein.
  • Kleine Räume lieben helle Wände. Behalten Sie das bei Ihrer Farbwahl immer im Kopf und setzen bei solchen Bädern lieber auf helle Wände und farbige Akzente in Möbeln oder Accessoires.
  • Dunkle Farben im Bad wirken wie ein Rückzugsort und bieten in ihrer Wirkung einen geschützten Raum. Helle Farben sind offen und schaffen Weite.
  • Streichen Sie die Decken immer heller als den restlichen Raum. Optimal sind weiße Decken.
  • Besprechen Sie mit einem Fachmann, welche Farbe für den Feuchtraum am besten geeignet ist und besprechen Sie die Möglichkeiten.
  • Fertigen Sie einige Muster Ihrer Lieblingsfarbe an und stellen Sie diese im Bad für ein paar Tage gegen die vorhandenen Fliesen. Denken Sie über Ihre Wirkung nach. Passt die Farbe zu Ihnen?
  • Bei einer neuen Badgestaltung bestellen Sie am besten zusätzlich einige Fliesen und kombinieren diese mit den vorhandenen Farbmustern.

Fazit

Wandfarben für das Bad stehen der riesigen Auswahl an Fliesen in nichts nach. Und so lassen sich heutige Bäder sehr wohnlich gestalten, dem eigenen Geschmack sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Achten sollten Sie allerdings auf Farben, die speziell für den Feuchtraum geeignet sind. So schützen Sie sich vor bösen Überraschungen, was Wasserflecken, Pilzsporen und Schimmel in der neu gestrichenen Wand angeht.

Titelfoto: Pixabay