Terrasse selbst bauen

Eine eigene Terrasse ist der Traum vieler Eigenheimbesitzer. Wenn der üppig begrünte und mit bunten Blumen lockende Garten zum Dauerplatz an der Sonne werden soll, kommen viele Heimwerker früher oder später nicht um die Terrasse herum. Auch für einen schönen Grillabend ist eine eigene Terrasse nicht zu verachten. Wenn diese in Marke Eigenbau entstehen soll, sind eine gute Planung, der Griff zu den besten Materialien und eine strukturierte Umsetzung essentiell. Dank dieses Blogartikels von Franke-Raumwert kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen!

Die Vorbereitung

Wer eine Terrasse selbst bauen möchte, sollte zunächst sorgfältig planen. Lage, Größe und Farbkonzept sind wichtige Eckdaten bei der Planung einer eigenen Terrasse.

a) Lageplan für die selbst gebaute Terrasse erstellen

Die Planung beginnt mit der Wahl einer Ausrichtung – falls möglich, denn natürlich kann es sein, dass für eine Terrasse nur ein einziger Platz bleibt. Doch wenn nicht, lohnt ein „Probesitzen“ vor dem aufwändigen Bau. Heimwerker sollten sich die Zeit nehmen, vorab mit einem Gartenstuhl an der gewünschten Stelle für die Terrasse zu sitzen und zu beobachten, wie sich die Lichtverhältnisse im Laufe des Tages verändern. Ist der Platz für eine Terrasse wirklich geeignet?

Tipp: Östlich ausgerichtete Terrassen werden beispielsweise besonders am Morgen mit intensiver Sonne verwöhnt, während die nach Westen gerichteten Terrassen eher am Abend zum sonnigen Plätzchen werden. Den ganzen Tag von der Sonne geküsst werden Terrassenbesitzer, die ihren Gartenplatz in Richtung Süden erbauen, während nach Norden ausgerichtete Terrassen an heißen Tagen kühlen Schatten spenden.

b) Genauestens Maß nehmen

Die neue Terrasse soll genügend Platz bieten – nichts nervt an einem lauschigen Feierabend schließlich mehr, als beim Gang auf die Terrasse an die Kanten zu stoßen oder Möbel für den Durchgang immer wieder verrücken zu müssen. Heimwerker sollten daher im Vorfeld überlegen, welche Gartenmöbel ihren Dauerstandort auf der Terrasse finden und entsprechend viel Raum einplanen. Ein Mindestmaß von 3×3 Metern ist in jedem Fall empfehlenswert.

Gibt es nicht genügend zusammenhängenden Platz im Garten? Dann könnte mit dem Bau eines so genannten Terrassengartens prima getrickst werden. Dieser wird weitläufig auf dem vorhandenen Grundstück errichtet und umschließt teilweise gekonnt die Blumenbeete.

c) Das Farbkonzept wählen

Zwar sind die Ausrichtung und die Größe der Terrasse das Wichtigste bei der Planung, doch auch die Farbgestaltung spielt natürlich eine Rolle. Soll die Terrasse optisch zum Garten, zur Hauswand oder zu Elementen im Inneren passen? Welche Dielen oder Fliesen sollen zum Einsatz kommen, welche Farbe haben die späteren Gartenmöbel und Dekorationen? All diese Fragen helfen Heimwerkern dabei, eine ideale Farbe für die Terrasse zu wählen. Wenn trotzdem noch eine Unsicherheit besteht: Natürliche Farben eignen sich immer am besten, wenn man eine Terrasse selbst bauen möchte. Sanfte Braun- oder dezente Terracottatöne fügen sich schließlich aufgrund ihrer Natürlichkeit wie selbstverständlich in die Außenlandschaft ein.

Der Terrassenbau mit Dielen

Möchten Heimwerker ihre Terrasse selbst bauen und zu den klassischen Holzdielen greifen, empfiehlt sich die folgende Anleitung:

a) Die Materialien besorgen

Für den Terrassenbau mit Dielen sind neben den gewählten Terrassendielen Schotter, Sand und spezielle Unterlegeplatten oder Pflastersteine notwendig. Außerdem werden kleine Holz- oder Kunststoffplättchen als Abstandshalter eingesetzt. Zu den benötigten Werkzeugen gehören Schrauben, eine Wasserwaage, eine Säge für den Zuschnitt von Dielen, eine Bohrmaschine und ein Zollstock.

b) Den Boden vorbereiten

Um nun die Terrasse selbst zu bauen, wird erst einmal der Untergrund vorbereitet. Eine Tragfestigkeit des Bodens wird durch Schotter und Sand ermöglicht. Diese beiden Materialien sollten sorgfältig eingeebnet und verdichtet werden. Heimwerker sollten nun überprüfen, bis zu welcher Höhe der Untergrund aufgefüllt werden muss, um später in der richtigen Ebene mit der Verlegung der Dielen beginnen zu können.

c) Die Terrasse vorbereiten

Wurde der Boden ausreichend vorbereitet, befestigt der Heimwerker das erste Rahmenholz an der Hauswand. Die zuvor gemessene Terrassenfläche wird an ihren Endpunkten mit einer Richtschnur fixiert. Als Auflagefläche für die Terrasse dienen feste Pflastersteine oder stabile Betonplatten. Wird die Terrasse aus Holzdielen gefertigt, schützen diese Unterlagen gleichzeitig vor der Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich aufsteigt.

Terrassen mit Dielen
So schön und naturnah können Terrassen mit Dielen aussehen

d) Tragebalken platzieren

Das erste, an der Hauswand befestigte Rahmenholz ist der Ausgangspunkt für die weitere Verlegung der Tragebalken für die Terrasse. Ideal für die Verlegung ist ein Abstand der Tragebalken von etwa 40 bis 60 cm zueinander. Dieser variiert je nach Dielengröße. Nach der erfolgreichen Verteilung aller Rahmenhölzer sollte deren gerade Ausrichtung mit einer Wasserwaage geprüft werden.

e) Dielen fixieren

Das ausgelegte Trägerholz ist die Basis für die Dielen, welche nun aufgelegt werden. Die Ausrichtung der ersten Diele erfolgt rechtwinklig zu den Tragebalken, jene aller weiteren Dielen richtet sich nach dem Erstmodell. Ein kleiner, etwa zollstockbreiter Abstand zwischen den Dielen ist empfehlenswert; hier werden die Holz- oder Kunststoffplättchen platziert. Die Fixierung der Terrassendielen erfolgt mit Edelstahlschrauben; hier gibt es je nach Modell selbstbohrende Terrassenschrauben, welche diesen Arbeitsschritt erleichtern.

Dielen, die eine Aussparung aufgrund von Rohren, Türen oder Treppen benötigen, werden vor ihrer Verlegung mit einer Stichsäge entsprechend zugeschnitten. Anschließend werden die verlegten und verschraubten Dielen entlang ihrer Richtschnur gekappt. Der sichtbare Bereich der Terrasse wird nun noch mit optisch ansprechenden Dielen verkleidet – schon dürfen sich die Heimwerker über das Ergebnis freuen und die Terrasse mit Möbeln nach Wahl ausstatten.

Der Terrassenbau mit Fliesen

Kommen Dielen nicht für den Terrassenbau in Frage, sondern fiel die Wahl auf Fliesen, so ist der Ablauf natürlich ein wenig anders.

a) Die Materialien einkaufen und bereitlegen

Zunächst steht auch bei dieser Variante, eine Terrasse selbst zu bauen, der Materialkauf an. Vielleicht hat sich der Heimwerker für angesagte Fliesen in Holzoptik entschieden – oder er greift zu den klassischen Steinmodellen? So oder so sollten neben den gewünschten Fliesen folgende Materialien und Werkzeuge auf der Einkaufsliste stehen bzw. parat gelegt werden:

  • Dichtschlämme
  • Rolle für die Verteilung der Dichtschlämme
  • flexibler Fliesenmörtel oder -kleber
  • Zahnspachtel

b) Untergrund präparieren

Auch bei dieser Terrassenbau-Variante muss der Boden natürlich eben sein, um eine gerade Terrasse zu ermöglichen. Kleine Unebenheiten werden daher im Vorfeld ausgebessert, bevor die Dichtschlämme ihren Weg auf den Boden finden kann. In einer maximalen Dicke von ca. zwei Millimetern wird diese mit Hilfe einer Rolle aufgetragen. Sie dichtet den Boden ab und sorgt für die ideale Basis der Fliegen.

c) Fliesen verlegen

Mit flexiblem Fliesenkleber oder Mörtel wird die Ebene für die Fliesen vorbereitet. Das Produkt wird ausgegossen und mit einem Zahnspachtel verstrichen, bevor die Fliesen darauf platziert werden. Normalerweise werden sie mit Hilfe einer leichten Drehung in das vorbereitete Kleber- oder Mörtelbett geschoben und sinken dort gleich ein.

 

fliesen verkleben
Die Fliesen oder Platten müssen guten Halt haben.

Tipp: Eventuelle Fehler bei der Verlegung sollten sofort ausgebessert werden, bevor die Trocknung beginnt. In der Regel gibt es dafür ein Zeitfenster von 20 Minuten. Zwischen zwölf und 24 Stunden beträgt hingegen die gesamte Trocknungszeit für die Terrassenfliesen; nach diesem Zeitraum kann die Terrasse mit den gewünschten Möbeln bestückt werden.

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